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Ich bin anders – Du auch – Wie Anderssein bereichern kann

Lehrmeister Leben hat mich heute morgen mal wieder inspiriert 🙂 Meine Tochter hat bald Geburtstag. Gestern fing sie an, sich mit der Party zu beschäftigen. Schnell hatten wir ein cooles Motto gefunden. Da sie die Party, eine Schlafparty, bei ihrem Papa und seiner Freundin feiern wird, hat sie mit ihr die Details besprochen. Neuerdings betreibe ich Journaling, das ist eine Art Tagesplan in Kurzform. Es beginnt mit 3 Dingen, für die ich dankbar bin. Eines davon ist heute morgen, dass ich sehr dankbar dafür bin, dass ich mich darauf verlassen kann, dass die Freundin die Geburtstagsfeier schön ausrichten wird. Sie hat wirklich ein Händchen dafür und ich weiß, es wird so schön, wie ich es mir für meine Tochter wünsche. Ich bin total dankbar für die Unterstützung, die ich dadurch habe! Ich könnte es auch schön machen, aber nicht so schön, darin ist sie einfach besser als ich. Und es wäre mühevoll für mich, während sie das mit links macht.

Diese Umstände haben mir gerade bewusst gemacht, wie wundervoll es ist, dass wir alle anders sind. Das wir unterschiedliche Qualitäten haben. Das Anderssein ein Geschenk ist. Eine Bereicherung. Was wir für eine Fülle dadurch erschaffen, dass wir anders sind. Wie wir uns durch unser Anderssein unterstützen können. Ist das nicht schön?

Aber was braucht es dafür, dass wir das Anderssein so anerkennen können?

Eine Voraussetzung dafür, dass wir das so sehen können ist, dass wir unsere eigenen Qualitäten anerkennen. Sonst entsteht Neid, Missgunst, Minderwertigkeitsgefühl. Doch dafür dürfen wir unsere Einzigartigkeit erst mal erkennen.

Weißt Du, worin du so richtig gut bist? Was dich besonders macht? Mit welchem einzigartigen Blick du die Welt siehst? Was dein Geschenk ist an diese Welt? Was Menschen an dir wertschätzen? Und bist du in der Lage, das auszusprechen? Kannst du darüber reden, ohne, dass es dir unangenehm ist, dich so schön und so einzigartig zu sehen? Kannst du selbstbewusst und gleichmütig sagen, was dich besonders macht und dich darüber freuen?

So von sich zu reden, wird uns nicht gerade in die Wiege gelegt. Es könnte eingebildet klingen, selbstverliebt. Und die Tatsache, dass wir dazu erzogen werden, uns zu vergleichen, dass wir im Laufe des Schulzeit permanent vergleichbar gemacht werden, kann tatsächlich dazu führen, dass wir uns selbst ständig vergleichen. Und uns dann besser oder schlechter fühlen, weil wir irgendwas toller machen oder nicht so toll machen, wie jemand anderes. Wie sinnlos das ist! Und wie sehr es uns unsere Einzigartigkeit nimmt. Es wäre schön, wenn unser (Schul)system sich daran ausrichten würde, uns in unserer Besonderheit zu stärken. Aber das ist ein anderes Thema. Als eigenverantwortliche Menschen können wir aller Systeme und Umstände zum Trotz unser bestes dafür tun, zur besten Version unseres Selbst zu werden, unsere Einzigartigkeit zu feiern und die Andersartigkeit zu würdigen.

Ich glaube, nur wenn man die eigene Großartigkeit wertschätzend anerkennt, also gut bei sich ist, ist man in der Lage, auch die anderen Menschen in ihrer Großartigkeit wertschätzend anzuerkennen und sein lassen zu können.

Anderssein ist kein Problem

Manchmal führt das Anderssein dazu, dass man nicht miteinander klar kommt. Weil die Welten einfach zu sehr auseinanderdriften. Weil die Persönlichkeiten so unterschiedliche Bedürfnisse haben, dass sie aneinandergeraten. Das ist ein Grund für Auseinandersetzungen, Streit.

Wir wollen dann vielleicht, dass der andere sich ändert, sich anpasst an die eigene Welt. Wollen überzeugen, dass die eigene Sicht die Richtige ist. Aber wer will sich schon sein Weltbild nehmen lassen?

Anerkennen statt überzeugen

Man kann einem Menschen nicht das Anderssein nehmen. Das wäre übergriffig. Jeder ist eben so, wie er ist. Aber wäre es nicht schön, wenn man sich in dieser Andersartigkeit lassen würde? Wenn man sich bewusst machen würde, hier ist meine Insel, da ist deine Insel. Da kommen wir wohl nicht zusammen. Oder wenn man sich statt es sich vorzuwerfen fragen würde, wie können wir hier eine Verbindnung schaffen?

Brücken bauen

Vera Birkenbihl hat das schöne Inselmodell entworfen. Dabei geht es genau darum, dass es nötig ist, Brücken zu bauen, wenn zwei Inseln so weit voneinander entfernt sind, dass sie keine Berührungspunkte haben. Wenn also zwei Menschen so unterschiedlich sind, dass sie kein oder wenig Verständnis füreinander und keinen Zugang zueinander haben. Solange diese Inseln nicht aufeinandertreffen ist das ja kein Problem. Aber häufig kommen Menschen aufgrund äußerer Umstände zusammen (Kollegen, neue Partner des/der Ex, Großeltern, Nachhbarn…) und müssen dann miteinander klar kommen. Oder aber, man hat aufgrund eines Streits die eigentlich bestehende Verbindung verloren. Wie kann es in so einer Situation gelingen, Brücken zu bauen?

Verbindung schaffen

Hier sind ein paar Ideen, wie Verbindung geschaffen werden kann:

Offenheit

Der erste notwendige Schritt ist, sich überhaupt für die Welt des anderen zu öffnen. Ohne die Offenheit dafür, sich mit der Welt des anderen zu verbinden, wird dies wohl kaum geschehen.

Gemeinsamkeiten fördern/etwas suchen, was mit mir zu tun hat

Häufig sehen wir zuerst das, was anders ist. Besonders, wenn wir uns an etwas stören, nimmt dieses Andere besonders viel Raum ein. Wir sehen das, was wir fokussieren. Es ist also hilfreich, den Fokus zu entfernen und den Blick auf das zu richten, was sonst noch da ist. Welche Eigenschaften, Interessen, Sichtweisen etc. hat der andere noch. Sicherlich lässt sich etwas finden, bei dem beide „in die gleiche Richtung schauen“.

Die Welt des anderen verstehen/sich einfühlen

Eine andere Sichtweise zu verurteilen führt zu Trennung. Das ist also wenig hilfreich. Eine schöne Möglichkeit, Verbindung zu schaffen ist, die Welt des anderen verstehen zu wollen. Sich einzufühlen in diese andere Sichtweise. Das bedeutet nicht, dass wir diese Sicht übernehmen müssen. Es bedeutet lediglich, sie wahrzunehmen und anzuerkennen. „Aha, so ist das bei dir. Das ist ja spannend.“. Wenn es gelingt, so empathisch auf den anderen zu reagieren, wenn er sich wahrgenommen fühlt, ist es meist auch möglich, die eigene Sichtweise darzustellen, ohne dass der andere sich verteidigen muss.

Wertschätzung für etwas empfinden

Wenn ich beim anderen etwas entdecke, das ich wertschätzen kann, entsteht von ganz alleine eine Verbindung. Das ist die Erfahrung, die ich heute morgen machen durfte. Das hat mich sehr berührt. Jeder Mensch hat Qualitäten, die er in die Welt einbringen kann. Besondere Fähigkeiten und Eigenschaften. Wenn wir es schaffen könnten, dass wir diese Qualitäten in jedem Menschen fördern, dann könnten wir mit ganz liebevollen Augen aufeinander schauen. Dann ist der Fokus auf das Schöne im Menschen gerichtet.

Ein gemeinsames Ziel

Mit einem gemeinsamen Ziel schaut man automatisch in die selbe Richtung. Je leidenschaftlicher man dran ist, umso schneller ist vergessen, dass es da noch Dinge gab, bei denen man sich vielleicht nicht einig gewesen ist.

Eine Frage des Fokus

Es geht also immer darum, den Fokus auf das zu richten, was einander verbindet, anstatt auf das, was trennt. Das schafft die notwendigen Brücken, um mit der Andersartigkeit umgehen zu können. Ist doch eigentlich ganz einfach, oder?

In der Praxis kommen uns natürlich schnell unsere Emotionen in die Quere. Wenn wir wütend, verletzt, enttäuscht oder sonst wie aufgebracht sind, dann funktioniert weder das logische Denken besonders gut, noch sind wir in der Lage, empathisch mit unseren Mitmenschen zu sein. (Warum das so ist, kannst du in diesem Artikel über das Gehirn nachlesen) Deswegen finde ich es auch so wichtig, sich um die eigenen, alten Verletzungen zu kümmern. Denn in erster Linie sind sie es, die dazu führen, dass wir in solchen Situationen so emotional reagieren. Wenn jeder die Verantwortung für sich und seine Gefühle übernimmt, ist es wesentlich leichter, sich in einer Auseinandersetzung wieder zu besinnen und aufeinander zu zugehen.

Welche Strategien fallen dir noch ein, um „Brücken zu bauen“? Wie schaffst Du Verbindung, wenn augenscheinlich nichts Verbindendes da ist? Ich bin gespannt auf deine Gedanken dazu!

Alles Liebe
Bela

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn du ihn teilst.

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