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Die wahren Ursachen von Stress

In diesem Artikel geht es um die wahren Ursachen von Stress. Die liegen nämlich weniger in den äußeren Umständen, als vielmehr in uns selbst. Was dahinter steckt und wie du deinen Stressoren auf die Schliche kommen kannst, kannst du hier erfahren.

Aber zunächst klären wir mal:

Was ist eigentlich Stress?

Wir sagen „Ich habe so einen Stress“, wenn wir viel zu tun haben. Die Arbeit, Haushalt, Termine und so weiter. Aber was für den einen stressig ist, ist für die andere kein Problem und umgekehrt. Es sind nicht die Situationen selbst, die stressig sind. Es sind unsere individuellen physischen und psychischen Reaktionen, die in uns durch die Situationen hervorgerufen werden. Welche Situationen das sind, ist abhängig davon, wie gut wir in der Lage sind, die anstehenden Aufgaben zu bewältigen.

Was uns bedrohlich erscheint, führt zu Stress. Denn Stress ist ursprünglich eine ganz gesunde Reaktion des Körpers, um auf eine Gefahrensituation zu reagieren. In so einer Situation muss der Körper vorbereitet werden, überlebenssichernd zu reagieren. Und zwar mit Kampf oder Flucht. Dafür werden im Körper diverse Vorgänge gestartet, was zu den Symptomen führt, die wir dann körperlich als Stress erleben. Herzrasen, Anspannung in den Muskeln, nicht klar denken können usw.

Wenn Du mehr darüber lesen möchtest, wie Stress entsteht und was da eigentlich in deinem Körper passiert, dann schau dir diesen Artikel über Stress an.

Die Folgen

Das Stress ungesund ist, dürfte jedem bekannt sein. Tatsächlich stehen die meisten Krankheiten, insbesondere chronische Krankheiten mit Stress in Verbindung, bzw. werden von diesem ausgelöst und verstärkt. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass unter Stress das Immunsystem lahm gelegt wird und der Körper nicht in der Lage ist, sich zu regenerieren. Liegt dann noch eine ungünstige Situation vor (dauerhafte Überlastung, ungesunde Ernährung oder Lebensweise, genetische Vorbelastung, psychischer Druck etc.), sind die Voraussetzungen gegeben, dass eine Krankheiten ausbrechen kann.

Auch wenn eine stressige Alltagssituation ziemlich nervig und anstrengend sein kann, ist sie zumindest sichtbar und es ist möglich, etwas dagegen zu unternehmen, um nicht dauerhaft der Belastung ausgesetzt zu sein. Der schlimmere Stress ist eigentlich der, den man gar nicht mehr bemerkt, weil er bereits chronisch geworden ist. Auch der Hormonhaushalt im Körper verändert sich dadurch und so ist der ganze Körper auf Stress eingestellt. Aber wie kommt es zu chronischem Stress? Wir können uns so sehr daran gewöhnen, ständig unter Druck zu stehen, dass es sich unnormal anfühlt, wenn er fehlt. Auch unterdrückte Gefühle führen zu Stress, denn auch wenn man sie nicht mehr wahrnimmt, haben sie die gleichen Auswirkungen auf den Körper. Da man sich aber nicht darum kümmert, hört der emotionale Stress auch nicht auf. Wie sehr man sich in seiner eigenen Wahrnehmung täuschen kann, durfte ich letztes Jahr selbst erfahren.

Kleiner Schwank aus meinem Leben als Coach für Stressmanagement

Ich bin insgesamt ein eher ruhiger Mensch, allerdings mit viel Energie. In speziellen Situationen reagiere ich schon mal sehr emotional oder auch angespannt, aber insgesamt würde ich sagen, dass ich nicht so sehr dazu neige, schnell gestresst zu sein. Und seitdem ich selbst mit den Techniken arbeite, die ich auch im Coaching anwende, gab es kaum noch Situationen, in denen ich Stress bewusst erlebt habe, weil ich gelernt hatte, mit den besagten Situationen besser umzugehen. Ich fühlte mich also ziemlich auf der sicheren Seite, als ich einen 48-Stunden-Gesundheitscheck gemacht hatte. (Diesen Gesundheitscheck habe ich in mein Angebot aufgenommen. Dafür war es notwendig, den Test selbst durchzuführen.) Umso überraschter war ich, als ich das Ergebnis gesehen habe. Denn das zeigte ganz eindeutig eine Stressbelastung. Schock! Und das mir ;o)

Ich habe also angefangen, kritisch auf mein Leben zu schauen und musste mir eingestehen, dass ich, seit Beginn der Selbständigkeit extrem viel gearbeitet und sehr wenig Pausen gemacht habe. Ich habe das nicht als Stress bewertet, es hat mir ja Spaß gemacht und ist auch ziemlich normal für mich. Ich neige dazu, wenig Pausen zu machen. Immer schön effektiv sein. Aber mein Körper sieht das offenbar anders.

Das sind eben die kritischen Stellen. Wenn man es gewohnt ist, viel zu arbeiten und sich wenig Ruhe zu gönnen, weil man es einfach schon immer so gemacht hat, dann steht der Körper dauerhaft unter Strom, aber die Bewertung ist eine ganz andere. Es fühlt sich normal an. Ja fast schon gut, weil man dadurch ja auch viel leistet oder schafft.

Mit diesem kritischen Blick ist mir bewusst geworden, dass ich eigentlich nie die Füße stillhalte. Ich muss(te) immer etwas machen. Nicht unbedingt mit großer Aktion, aber zumindest etwas Sinnvolles, etwas Schöpferisches. Da dabei meist ganz schöne Ergebnisse rauskommen, ist das ja auch erst mal nicht verwerflich. Ich dachte, das sei einfach meine Kreativität, die sich austoben will. Aber ich durfte erkennen, dass noch etwas anderes dahinter steckt.

Was treibt dich an?

Oberflächlich betrachtet mag man meinen, es sind eben die vielen Aufgaben, die einen dazu bringen, ständig etwas zu tun zu haben. Das liegt ja auch nahe, wenn man so drin steckt, im Alltag mit Kind und Kegel. Aber wie kommt es denn, dass man sich so viel aufbürdet? Und dass man sich keine Pausen gönnt oder nicht gut für sich sorgt? Dass man überhaupt nicht richtig wahrnimmt, wenn man über seine Grenzen geht? Oder dass man es nicht lässt, obwohl man es mitbekommt?

Es stecken Muster oder Programme dahinter, die einen so handeln lassen. Programme, die einen über die eigenen Grenzen gehen lassen, weil man sich damit etwas erfüllt. Diese Muster gilt es aufzudecken!

Was ich in meiner Auswertung der Messung sehen konnte, war, dass die morgendliche Meditation der Moment war, an dem ich am allermeisten Entspannung erlebe. Erkennen kann man das an der Parasympathikusaktivität, die im Bericht sichtbar gemacht wird. In der Meditation bin ich auf Empfangen eingestellt. Passiv, was dem Parasympathikus entspricht. Und so kam ich auf die Idee, mir in einer Meditation mal meinen Parasympathikus anzuschauen. Hineinzuspüren, wie es ist, wenn der Parasympathikus voll aktiv ist. Das war eine sehr erkenntnisreiche Erfahrung. Ich habe für einen kurzen Moment die totale Entspannung erlebt, nur um wenige Sekunden später in mein bekanntes Muster „Ich muss etwas sinnvolles machen“ zu verfallen. Schön, das mal so bewusst zu erleben. Dahinter habe ich dann auch mein „Programm“ entdecken können, nämlich etwas leisten zu müssen, um eine Daseinsberechtigung zu haben. Das hört sich jetzt vielleicht etwas dramatisch an. So dramatisch habe ich es nie erlebt. Ich habe noch nicht mal leistungsorientierte Eltern gehabt. Ich habe keine Ahnung, woher dieses Programm kommt. Aber Fakt ist, dass es mich schon immer angetrieben hat.

GesundheitscheckAber: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Jetzt, wo mir diese Dinge bewusst geworden sind, kann ich aktiv etwas tun, um besser für mich zu sorgen. Tatsächlich wäre ich nie darauf gekommen, wenn ich nicht diese Messung gemacht hätte, da es sich für mich total normal angefühlt hat, mich so zu verhalten.

Der Gesundheitscheck ist also unter anderem eine Möglichkeit zu überprüfen, ob die eigene Wahrnehmung mit dem Körper übereinstimmt. Außerdem werden Parameter angezeigt, die man so nicht unbedingt wahrnehmen würde. Nämlich, wie die Erholung in der Nacht ist, wie viel Energiereserven der Körper hat und wann tatsächlich Erholungsphasen einsetzen. Er gibt auch Aufschluss darüber, in welchen Situation der Körper Stress erlebt. Wenn Du mehr darüber erfahren möchtest, schau dir gerne mein Angebot dazu an.

Jetzt aber zu den Hintergründen.

Die großen Antreiber

Hinter solchen Verhaltensmustern stecken häufig Glaubenssätze, die im Modell der „Inneren Antreiber“ wie folgt benannt werden:

  • Sei stark!
  • Sei perfekt!
  • Mach es allen recht!
  • Beeil dich!
  • Streng dich an!

Vielleicht erkennst du dich schon in einem der Sätze wieder? Wir haben meist alle Antreiber in uns, aber es gibt eine unterschiedlich starke Ausprägung, je nachdem, was in unsere Kindheit am hilfreichsten für uns gewesen ist. Diese Antreiber helfen uns, dass wir uns „in Ordnung“ fühlen. Wir haben gelernt: „Wenn ich mich so verhalte, dann bekomme ich die Aufmerksamkeit, Liebe, Anerkennung, die ich benötige.“.
In kleinem Ausmaß sind die Eigenschaften, die damit einher gehen durchaus hilfreich. Es kann aber auch zu enormen Stress führen, wenn ich stets von den Antreibern getrieben bin. Wenn mein Wohlbefinden davon abhängig ist, dass ich perfekt bin, mich besonders anstrenge, immer nett und hilfsbereit bin usw. Es besteht die Gefahr, sich selbst dabei zu verlieren und die eigenen Grenzen nicht mehr zu spüren und einzuhalten.

Es lohnt sich auf jeden Fall, diese Punkte mal bei sich zu hinterfragen. Denn was irgendwann mal dienlichen war, ist heute vielleicht gar nicht mehr nötig und unter Umständen auch ungesund. Auf jeden Fall ist es hilfreich, sich neue Strategien anzueignen, die einen frei werden lassen, nur so weit einem Antreiber zu folgen, wie es auch wirklich stimmig ist.

So geht´s – die Antreiber aufdecken

  1. Hinterfrage: Was passiert, wenn ich … (nicht stark bin; nicht perfekt bin; es nicht allen recht mache, sondern erst mal für mich sorge; langsam mache; nur 50 % gebe) bin?
  2. Wie wird dein Umfeld reagieren? Was kann passieren? Und wie fühlst du dich damit? Was löst es in dir aus? Diese Gefühle liebevoll annehmen
  3. Welches Bedürfnis steckt hinter dem Gefühl? Für dieses Bedürfnis eine andere Strategie finden. Was kannst du tun, um dir das Bedürfnis so zu erfüllen, dass du nicht über deine Grenzen gehst?

Ich wünsche dir viel Erfolg beim Aufdecken deiner Antreiber und auf  deinem Weg in ein entspannteres Leben!

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn du ihn teilst.

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