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Haben wir eine Happinesskultur?

Es mag daran liegen, dass ich mich sowohl beruflich als auch privat intensiv mit diesen Themen beschäftige und einige dementsprechende Social Media Kanäle abonniert habe. Ich bekomme also viele Positiv-denken-richtiges-Mindset-haben-Posts zu sehen. Es scheint, als wenn das Glück für jeden greifbar auf der Straße liegt. Zumindest klingt es so, als wenn es doch ganz einfach wäre, dass wir alle glücklich sein könnten. Wenn wir nur die richtige Einstellug haben und uns auf das Positive konzentrieren, dann steht dem persönlichen Glück nichts mehr im Wege. Oder?

Ich gehöre selbst zu den Menschen, die in diese Rchtung posten, von daher klopfe ich auch mir selbst auf die Finger. Ich glaube natürlich grundsätzlich schon daran, dass das Prinzip so funktioniert, aber ganz so einfach, wie sich das in all den Ratgebern liest, ist es eben doch nicht. Zumindest nicht für jeden. Es mag Menschen geben, für die ist das richtige Mindset der letzte Schliff und plötzlich läuft alles. Aber es gibt eben auch viele Menschen, für die ist es nicht ganz so leicht, glücklich und erfolgreich zu sein. Die haben vorher noch ganz andere Baustellen zu bewältigen. Wenn man schon als Kind in ungünstigen Lebensumständen groß geworden ist, dann reicht meist nicht ein Fingerschnipp um Happy zu sein. Wer als Kind viel Leid erfahren hat, auf welchem Weg auch immer, für den ist Happiness unter Umständen ein scheiß langer Weg.
Und dann kann es ziemlich demotivierend sein, all diese „Du musst nur das und das machen, dann bist du glücklich und erfolgreich“-Ratgeber und Posts zu sehen. „Wenn es doch so einfach ist, wieso klappt es denn bei mir nicht“, könnte man sich fragen. Oder „Ich bin einfach nicht gut genug“ denken. All die Unsicherheiten und Selbstzweifel können dadurch noch verstärkt und die Trennung, die man sowieso schon fühlt noch intensiver werden.

Das Leben besteht nicht nur aus guten Momenten. Verlust, Trauer, Schmerz, das alles gehört dazu. Es sind häufig diese Dinge, die uns wachsen lassen. Wichtig ist nur, das wir gelernt haben, damit umzugehen. Dass wir die Kompetenzen haben, auch diese Gefühle auszuhalten, durchzugehen und darüber hinauszuwachsen.

 

Ich bin seit über 20 Jahren dabei, mich sehr bewusst zu entwickeln. Ich würde sagen, dass ich meine Herausforderungen gut gemeistert habe (Ich muss dazu sagen, dass mir zum Glück nie etwas angetan wurde. Es fehlten einfach ein paar wichtige Dinge, was zu viel Schwermut und Traurigkeit geführt hatte) und zu einem glücklichen Menschen geworden bin. Und trotzdem werde ich nie die Leichtigkeit und Unbeschwertheit eines Menschen haben, der weitestgehend „verschont“ geblieben ist. Ich werde vielleicht immer damit zu tun haben, in bestimmten Situationen emotionaler als der Durchschnitt zu reagieren. Werde mir manche Sachen vielleicht viel mehr zu Herzen nehmen, als Menschen, die emotional besser versorgt gewesen sind. Damit muss und kann ich leben. Und auf den Tiefgang, den das ganze mit sich gebracht hat, bin ich stolz. Ich mag es, wie ich die Welt sehen kann. Aber das passt eben nicht unbedingt in diese Happinesskultur. Einfach nur das Mindset umzustellen und dann ist alles gut? Ist nicht meine Wahrheit. Ich denke, sehr vieles kann man in Ordnung bringen, manches braucht Therapie und manches bleibt. Und das ist auch okay so.

Happiness all the time?

Wer sagt eigentlich, dass wir immer glücklich sein sollten? Das ist unrealistisch. Außerdem nutzt auch das mal ab. So wie wir die Sonne mehr wertschätzen, wenn es mal eine Woche geregnet hat, ist auch glücklich sein etwas, was sich viel intensiver anfühlt, wenn es vorher ein Tief gegeben hat. Wichtig ist eben, dass es nicht Überhand nimmt und dass die unanagenehmen Gefühle nicht das Leben bestimmen. Ein gutes Verhältnis von angenehmen zu unangenehmen Gefühlen ist übrigen (3:1).

In der Zeit, als ich sehr schwermütig und traurig gewesen bin, habe ich mir immer gewünscht, eine „Sonnenschein“ zu sein. Ich wollte gerne, dass Menschen sich freuen, wenn sie mich sehen. Dass ich sie mit meiner Freude anstecken kann. Tatsächlich habe ich das geschafft. Nicht, dass ich permanent grinsend durch die Gegend laufen würde. Aber ich höre häufig, dass ich so strahlen würde und dass mein Lächeln ansteckend ist. Das ist eine große Freude für mich, denn ich habe nicht vergessen, dass das mal ganz anders war.
Und weil ich das nicht vergessen habe, möchte ich diese Freude besonders an Menschen richten, die momentan noch nicht so viel davon erleben. Ich möchte Mut machen, dass es möglich ist, dort hin zu kommen ohne dabei in die Happinessfalle (Happiness um jeden Preis oder auch Oberflächenhappiness) zu tappen. In welcher Form das passieren kann, weiß ich gerade noch nicht. Aber vielleicht hast du ja eine Idee? Vielleicht fühlst du dich selbst angesprochen oder du kennst jemanden, auf den das zutrifft. Was glaubst du, würde diesem Menschen oder dir helfen. Auf welchem Weg könnte meine Message wirklich ankommen?

Warum ich das ganze schreibe? Der Impuls kam gerade beim Staubsaugen. Ich habe darüber nachgedacht, wie ich meine Arbeit weiter entwickeln möchte. Ich möchte nicht der 3000ste Coach sein, der dir erzählt, wie du dein Mindest zu ändern hast. Auch, wenn ich viele dieser Informationen als sehr hilfreich empfinde und auch sicherlich weiterhin von den Dingen berichten werde, die mir wirklich geholfen haben. Aber ich denke, jeder Mensch hat aufgrund seiner Geschichte auch eine besondere AufGABE. Und meine könnte unter anderem damit zu tun haben, Menschen an ihr inneres Strahlen zu erinnern.

Ich freue mich, wenn du mir deine Gedanken dazu schreibst. Gerne auch als E-Mail, wenn du das nicht öffentlich machen möchtest.

Alles Liebe
Bela

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