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Vor anderen reden – so verlierst du deine Angst

Dieser Artikel ist eine Mischung aus Erfahrungsbericht, Informationen über die körperlichen Prozesse in Stresssituationen und dazugehörige Lösungsmöglichkeiten. Und darüber, wie die Liebe dir dabei helfen kann.

Vielleicht kennst Du die Situation: Du sollst vor einer Gruppe sprechen, etwas präsentieren, einen Vortrag halten oder so. Du hast dir alles toll überlegt, der Text sitzt. Doch dann kommt der Augenblick, das Herz rast, der Mund wird trocken und du hast erst mal einen Blackout.

So ging es mir jedenfalls. Ich habe mich zu Schulzeiten vor so ziemlich jedem Referat gedrückt. Wenn es sich mal nicht verhindern ließ, wollte ich es wenigstens möglichst schnell hinter mich bringen. Hektikflecken, vergessene Textteile, das Gefühl, nicht wirklich da zu sein, mir beim Reden zuzuschauen. Reden und gleichzeitig denken „Was redest Du da?“. Hauptsache schnell fertig werden.

Mir fehlte einfach das Selbstbewusstsein. Ich mochte es nicht, so im Mittelpunkt zu stehen (das mag ich heute übrigens immer noch nicht besonders gern). Diese viele Augen, die auf mir ruhten, haben mich verunsichert. Ich hatte Angst, ohne genau zu wissen wo vor.

Kann man das Lernen?

Vielleicht kannst du dir nicht vorstellen, dass aus dir mal ein Superspeaker wird oder dass du dich da vorne jemals richtig wohl fühlen wirst. Musst du ja auch nicht. Aber wenn es dich stört und wenn du gerne einen Schritt in die andere Richtung machen möchtest, dann bin ich mir sicher, lässt sich da etwas machen. Wichtig ist, die Mechanismen zu verstehen, die in so einem Moment wirken.

Ich kann von mir nicht behaupten, dass ich total lässig da vorne stehe. Aber ich kann sagen, dass ich mittlerweile tatsächlich Spaß daran habe und manchmal wird’s dann sogar doch lässig. Aber vor allem habe ich keine Angst mehr davor. Das hat mich früher wirklich belastet, weil man diesen Situationen ja nicht ständig aus dem Weg gehen kann oder will. Von daher finde ich es sehr lohnenswert, sich damit zu beschäftigen.

Die Wende

Bei mir kam die große Wende, als ich vor einigen Jahren in einem Unternehmen Mitarbeiterschulungen gehalten habe. Üblicherweise waren es nur wenige Teilnehmer, aber dann gab es 2 „große“ Veranstaltungen mit ca. 30 Teilnehmern. Das war für mich schon eine ziemliche Herausforderung. Gleichzeitig habe ich mich aber darauf gefreut, weil mir das Thema Spaß gemacht und ich mich auch sicher in der Thematik gefühlt hatte.

Und damit waren 2 ganz wichtige Punkte gegeben, die mir geholfen haben, einen Dreh zu finden, wie ich besser mit der Situation umgehen kann. Ich sorge dafür, dass ich mich inhaltlich sicher fühle und ich entscheide über meine Haltung. Ich entscheide mich für Freude.


Stress legt das Denken lahm

Die oben beschriebenen Symptome wie Herzrasen, trockener Mund usw. sind Stresssymptome. Stress ist eine Reaktion des Körpers auf drohende Gefahr, ausgelöst in diesem Fall durch die Angst. Gut, wenn es darum geht, in einer Situation Kämpfen oder Flüchten zu müssen. Der Körper läuft auf Hochtouren. Wenn man aber auf dem Fleck stehend dabei sprechen soll, sind diese Körperreaktionen wenig hilfreich.

Wichtig ist in so einer Situation also, den Stress zu reduzieren.

Aber wie reduziert man den Stress?

Von der HeartMath-Methode, mit der ich heute arbeite, hatte ich damals noch nichts gehört. Aber tatsächlich habe ich intuitiv genau diesen Mechanismus, mit dem ich unter jetzt unter anderem arbeite, angewendet. Ich habe ein positives Gefühl genutzt, um der Angst keinen Raum zu geben.

Ich wusste aus meiner Ausbildung zur Aura Soma Beraterin, in der ich viel über die Chakren (Energiezentren im Körper) gelernt habe, dass Angst, Stress und Nervosität dem Solarplexuschakra zugeordnet sind. Genau wie Freude und Selbstbewusstsein als positiver Ausdruck dieses Chakras. Es hängt also alles direkt miteinander zusammen.

Ist dir schon mal aufgefallen, dass du sowohl bei positiver als auch bei negativer Aufregung dieses Kribbeln im Bauch hast? Und je nachdem, wie die Auslösesituation bewertet wird, wird auch dieses Gefühl im Bauch bewertet. Wenn Du erst mal feststellst, das du so aufgeregt bist, dass dir schon flau im Magen ist, oje, dann gehen die Gedanken im Kopf auch schnell weiter. „Ich habe Angst.“ „Wie soll ich das schaffen?“ „Ich kann das nicht“ und so weiter. Diese Gedanken sind es, die die Situation erst so richtig schlimm werden lassen.

Was ich in dem Moment gemacht habe war, das Kribbeln nicht als Angst zu interpretieren sondern mich auf die Freude zu konzentrieren. Da ich ja auch wirklich Freude daran hatte, mein Wissen weiter zu geben, fand ich es gedanklich nicht so schwer, umzuswitchen. Aber tatsächlich habe ich meinen Körper ein bisschen veräppelt. Ich hatte nämlich eine Scheißangst! Nur habe ich durch die Fokussierung auf das Positive an dieser Situation geschafft, meine Angstgedanken zu verhindern und so die unangenehmen Folgen auf das zu diesem Zeitpunkt mögliche Minimum reduziert. Ich war natürlich trotzdem aufgeregt, hatte anfangs eine zittrige Stimme. Aber ich hatte keine Angst. Wenn man erst mal ein paar Minuten da vorne steht und feststellt, dass die Welt nicht untergeht, man sich nicht in Luft auflöst oder sonst welche schlimmen Dinge passieren, dann beruhigt man sich ja meist auch ein wenig.

Achte auf deine Gedanken, denn sie formen deine Wirklichkeit

Wir haben jederzeit die Wahl, ob wir denken „Oh mein Gott, da sitzen 30 Leute und ich muss denen jetzt was erzählen, ich will nicht.“ Oder ob wir denken „Ich freue mich, ich bin zwar aufgeregt, aber ich habe auch richtig Lust, die Leute für mein Thema zu begeistern.“ Ersteres löst Angst aus, letzteres Freude. Das Kribbeln im Bauch kann von beiden Gedanken kommen.

Heute weiß ich, dass durch die Fokussierung auf Freude auch physisch sehr entscheidende Prozesse im Körper passiert sind. Angst aktiviert das Limbische System, Stress wird ausgelöst, die Herzratenvariabilität verringert sich. All das führt dazu, dass das Gehirn nicht mehr richtig gut arbeiten kann. Kortikale Inhibition nennt man das 😉 Du erkennst es zum Beispiel daran, dass du dich auf einmal nicht mehr an deine Inhalte erinnern kannst. Alles weg.

Dadurch, dass ich die Angst im Vorfeld durch Freude weitestgehend ausgetauscht habe, ist das bei mir nicht passiert. Oder zumindest nicht so ausgeprägt. Durch die Aufregung war mein Körper natürlich trotzdem etwas im Stress. Und letztendlich ist es der Stress, der zu diesen Symptomen führt.

Langfristig sorgt das Fühlen angenehmer Gefühle übrigens dafür, dass auch andere Hormone im Körper ausgeschüttet werden. DHEA statt Adrenalin und Kortisol. So ist man insgesamt viel weniger anfällig für Stress und bleibt auch in so einer Situation leichter in der Ruhe. Das funktioniert, weil das Gehirn sich tatasächlich verändert, wenn man regelmäßig Gefühle wie Wertschätzung, Dankbarkeit, Liebe oder Freude fühlt.

Aufgrund der Neuroplaxstizität finden diese Veränderung das ganze Leben lang entsprechend der gemachten Erfahrungen statt.

Wenn du dich also grundsätzlich eher ängstlich und emotional erlebst, dann ist es für dich hilfreich, dafür zu sorgen, dass du regelmäßig diese angenehmen Gefühle fühlst. Dazu brauchst du erst mal keine entsprechenden Situationen in der äußeren Welt zu erleben, das funktioniert auch auf einer rein mentalen Ebene, auch wenn das „echte“ Leben natürlich noch intensiver erlebt und verarbeitet wird. Aber man sollte sich nicht davon abhängig machen. Und spannenderweise verändert sich die äußere Welt, wenn man zunächst auf der mentalen ebene entsprechende Weichen stellt. Wenn du dabei Unterstützung benötigst, ist mein Coachingangebot auf jeden Fall interessant für dich.


Der Pitch

Diese Woche war ich bei einem Pitch und habe dort mein Unternehmen präsentiert. Ich hatte nur wenig Zeit, mich vorzubereiten, weil ich sehr kurzfristig eingeladen wurde. Aber da der Rahmen und der Inhalt ja überschaubar waren, war das okay für mich.
Ich wollte dann eine Woche vor dem Termin meine Präsentation vorbereiten. Ging aber nicht. Es kam einfach nichts zustande. So ging das dann bis zum Sonntag – einen Tag vor der Präsentation.

Vertrauen ist eine Entscheidung

Ich hatte natürlich ständig im Kopf, dass ich nun wirklich mal fertig werden müsste. Ich kann auch nicht behaupten, dass ich völlig entspannt damit war. Aber tief in mir war trotzdem eine Ruhe. Von daher habe ich darauf vertraut, dass es schon klappen wird. Ich hatte so etwas schon öfter vor Workshops erlebt und mittlerweile ist ein Grundvertrauen in mir entstanden, dass es schon gut gehen wird. Mit jedem Erlebnis dieser Art wird dieses Vertrauen (dass ich viele Jahre nicht hatte) gestärkt. Und tatsächlich, am Sonntag Nachmittag hatte ich dann die zündende Idee.

Ende gut – alles gut

Am Ende ist alles gut gelaufen. Ich bin zufrieden, habe aber auch noch Entwicklungspotenzial entdeckt und vor allem auch nützliche Hinweise für meine Positionierung bekommen.

Ich war übrigens total aufgeregt, viel aufgeregter, als ich selbst erwartet hatte und als ich es auch für notwendig gehalten habe, weil das ganze in einem angenehmen Umfeld stattgefunden hatte.

Mir ist aber im Gegensatz zu früheren Präsentationen etwas spannendes aufgefallen. Mein Körper fühlte sich zwar aufgeregt an und der Mund war trocken. Aber ich hatte einen total klaren Kopf. Keine Denkaussetzer, volle Präsenz.

Ich wende seit ca. einem Jahr die Methoden aus dem HeartMath®-Coaching an und ich bin mir sehr sicher, dass dieser Erfolg darauf zurückzuführen ist. Es ist schon hilfreich, wenn man weiß, was man zu tun hat, damit diese oben beschriebenen Prozesse im Körper nicht ausgelöst werden, bzw. wie man dagegen steuern kann.


Was hat nun die Liebe damit zu tun? Wie kann sie helfen?

Die Liebe, und damit meine ich nicht die romantische Liebe zwischen zwei Menschen sondern DIE Liebe. Das, was man in seinem Herzen fühlen kann, wenn man sich öffnet, der Zustand der totalen Annahme.

Rein körperlich gesehen, ist das ein Zustand, in dem Kohärenz erreicht wird. Das heißt vereinfach gesagt, dass alle Systeme im Gleichklang sind, so dass möglichst wenig Energie verloren geht und das Gehirn zu Höchstleistungen in der Lage ist. Langfristig gefühlt, verändert sich das Gehirn so, dass der Körper viel weniger stressanfällig ist. Und aus so einer Gelassenehit heraus, kann man natürlich viel selbstbewusster vor anderen sprechen.

Emotional gesehen ist die Qualität des Herzens das Annehmen. Was glaubst du, verursacht mehr Stress in dir. Wenn du dich so annimmst wie du bist oder wenn du auch noch auf dich schimpfst, dir sagst, du müsstest das doch besser können, dich vergleichst und so weiter. Annehmen hilft also auch, Stress zu reduzieren.

Ebenfalls eine Qualität des Herzens, dem Zentrum der Liebe, ist es zu vertrauen. Vertrauen ist das Gegenteil von Angst und dementsprechend stressreduzierend.

Gelassenheit ist die anmutigste Form des Selbstbewusstseins

Dieses Zitat hat mich zu Zeiten, als ich mich noch nicht so sicher fühlte, sehr berührt. Ich hatte das Thema Gelassenheit irgendwie nie in Zusammenhang gebracht mit dem mangelnden Selbstbewusstsein.

Selbstbewusstsein ist ja etwas diffus. Dahinter kann sich viel verbergen. Wenn Du also selbstbewusster in solchen Sprechsituationen werden möchtest, frage dich, was genau dich wenig selbstbewusst fühlen lässt. Was gibt es in dir, das dagegen spricht? Hast du Angst zu versagen, nicht gut genug zu sein, die Erwartungen (deine und andere) nicht zu erfüllen? Kennst du dich mit dem Inhalt nicht gut genug aus? Fällt es dir schwer, dich auszudrücken? Denkst du vielleicht, dass deine Meinung niemanden interessiert? Usw. Viele Überzeugungen und Glaubenssätze können dazu führen, sich an dieser Stelle nicht wohl zu fühlen.


Und noch etwas ist ganz wichtig: Geduld!

Diese alten Verknüpfungen (Sprechen – Angst – Kann ich nicht) sind meist sehr tiefe verankert. Unzählige Situationen haben die entsprechenden Verschaltungen im Gehirn ordentlich ausgeprägt. Es dauert ein wenig, bis die neuen Erfahrungen das ausreichend überlagert haben. Wichtig ist, Schritt für Schritt positive Erfahrungen zu machen und mit einem liebevollen Blick auf dich selbst zu schauen.


Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig Mut machen, dass Veränderungen an dieser Stelle möglich sind, wenn man die Zusammenhänge versteht und entsprechend gegensteuert. Es gibt natürlich noch viele andere Tricks, aber das würde den Rahmen sprengen.

Wenn du einen tollen Tipp hast, schreibe ihn gerne in einen Kommentar, dann können auch andere davon profitieren.

Alles Liebe
Bela

Wenn dir der Artikel gefallen hat, freue ich mich, wenn du ihn teilst.

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