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Wie Du Gelassenheit und Erfüllung in Deinem Inneren findest

Unser Leben heutzutage ist extrem nach Außen gerichtet. Je mehr Zivilisation, umso stärker, so scheint es mir. So viele Angebote, Verführungen, Dinge, die man kaufen und erleben kann. Wahnsinnig viele Informationen stehen zur Verfügung. Unterhaltung ohne Ende, Fernsehen, Kino, Spiele, Apps, die ganze Welt steht uns offen und ein Leben wird nicht ausreichen, all das zu erleben, was theoretisch möglich wäre. Aber erfüllt Dich das wirklich?

Meine eigene Reise hat mich in den letzten 20 Jahren in erster Linie nach innen geführt. Nicht, dass ich mich nicht auch mal mit den Dingen im Außen ablenken würde. Aber es gehört doch zu einem wesentlichen Bestandteil, dass ich mich mit dem, was in mir vorgeht, bewusst auseinandersetze. Weil ich mich von meinem wahren Wesen entfernt hatte und im Außen weder Erfüllung noch Antworten finden konnte, habe ich mich notgedrungen nach innen gewendet. Ich habe angefangen, die Lösungen für meine Probleme in mir zu suchen. Und bin dort auf interessante Dinge gestoßen.

Aber warum hören wir überhaupt auf, das was in uns vorgeht zu fühlen?

Ich denke, das liegt daran, dass wir häufig schon in früher Kindheit die schmerzhafte Erfahrung machen, dass unsere Bedürfnisse nicht oder nur unzureichend erfüllt werden. Um das durchzustehen, schneiden wir uns von unserem Inneren ab. Wir nehmen unsere Bedürfnisse einfach nicht mehr wahr. Da wir so gut funktionieren, also z.B. aufhören zu schreien, tun, was man uns sagt, werden wir von den uns nahestehenden Personen belohnt. Es ist ja dann leichter, uns Zuwendung zu geben. Und so lernen wir, dass wir auf diese Weise besser durchs Leben kommen. Manche Menschen verlieren dabei „nur“ den Kontakt zu ihren Bedürfnissen, andere sogar zu ihren Gefühlen.

Was zunächst als Schutzfunktion gedacht ist, kann uns später zum Verhängnis werden. Wir spüren zwar weniger Schmerz, aber ebenso auch weniger Freude, weniger Lebendigkeit. Solange wir uns gut ablenken in der Außenwelt ist das kein großes Problem. Viele Menschen gehen genauso durchs Leben und merken nicht einmal, dass sie gar nicht ihr ganzes Sein erleben. Wie auch? Es fehlt ja das Gespür dafür. Und es gibt keinen Vergleich. Es ist „normal“ sich nicht zu fühlen.

Wir sind es gewohnt, im Kopf zu leben und uns mit unserem Verstand zu identifizieren

Kritisch wird es dann, wenn man aufgrund mangelnden Erlebens der eigenen Gefühle und Bedürfnisse zu lange in einer Situation bleibt, die nicht gut tut. Wenn man jahrelang einer Arbeit nachgeht oder in einer Beziehung bleibt und gar nicht merkt, wie sehr das belastet. Oder wenn man vielleicht merkt, dass man dort nicht zufrieden ist, aber trotzdem nicht geht. Der gedämpfte Schmerz wird akzeptiert und ist nicht intensiv genug, um etwas zu unternehmen. Irgendwann wundern man sich, wieso man chronisch krank wird.

Oder das andere Extrem. Man erklimmt die Karriereleiter, jagt einem Erfolg nach den anderen hinterher, schuftet ohne Ende ohne jemals dadurch eine Erfüllung zu erleben. Man entfernt sich immer mehr von seinem wahren Wesen und bekommt dadurch überhaupt nicht mit, dass die eigenen Grenzen maßlos überschritten werden. Dann darf man sich mit einem Burnout rumschlagen, braucht Wochen und Monate, um sich wieder zu regenerieren.

Die Reise nach Innen antreten

Leider ist das oft erst der Punkt, an dem die Menschen anfangen, sich ihrem Innenleben zuzuwenden. Das Leid ist so groß, dass etwas passieren muss. Ziemlich schlau gemacht von unserem Körpersystem. „Wenn Du nicht von alleine gut für Dich sorgst und Dir nimmst, was Du brauchst, dann sorge ich eben dafür“, scheint es uns zu sagen. So trägt, davon bin ich überzeugt, jede Krankheit eine Nachricht in sich. Einen Hinweis darauf, was genau hier schief läuft. Aber das ist ein anderes Thema.

Wenn man dann beginnt, sich mit seinen inneren Welten zu beschäftigen, vor allem, wenn man das aus so einer Notsituation heraus tut, wird man zwangsläufig erst mal mit unangenehmen Dingen konfrontiert: die Dinge, die man die ganze Zeit ignoriert hat.

Es lohnt sich!

Vielleicht gehörst Du auch zu den Menschen, die eine schmerzhafte Vergangenheit erlebt haben. Dann hast Du einen Teil Deiner Emotionen durchaus erlebt, aber wahrscheinlich wurden sie nicht erlöst. Wie Pech kleben alte Verletzungen noch an uns und warten darauf, gesehen und befreit zu werden. Solange dies nicht geschieht, wirken die damit verbundenen Gefühle und Reaktionsmuster weiter.

Wir reagieren in manchen Momenten, die uns an eine vergangene Situation erinnern genauso, wie wir es damals getan haben. Und so kann es sein, dass ein erwachsener Mensch sich plötzlich wie ein kleines Kind verhält.

Die Erlösung der Emotionen

Nun die gute Nachricht: wir können uns davon auch befreien. Schicht für Schicht kann man sich durcharbeiten, sich bewusst werden, was man (emotional) erlebt hat und was man sich selbst angetan hat, wo man wie weit seine eigenen Grenzen überschritten hat und so weiter. Und ja, das kann auch mal ganz schön unangenehm sein. Aber indem wir diesen Dingen noch einmal den Raum geben, können sie erlöst werden.

Ich selbst habe aus der Unwissenheit heraus einen recht harten Weg zur emotionalen Befreiung gewählt. Ich habe mich viel von den Gefühlen in mir überschwemmen lassen, was meinen Alltag häufig sehr eingetrübt hat. Das lag daran, dass ich stets direkt in den Schmerz gegangen bin, ohne gleichzeitig für einen positiven Ausgleich zu sorgen. Das würde ich heute anders machen. Dass ich diesen Weg aber gegangen bin, bereue ich nicht. Im Gegenteil. Die Arbeit hat sich gelohnt! Es ist so unglaublich, mit wie viel Freude und Leichtigkeit ich heute durchs Leben gehe und wie viel Schönheit ich in der Welt heute sehen kann.

Ich empfehle Dir, behutsam zu sein, Dich nicht zu verurteilen, wie eine alte Weise oder ein alter Weiser auf Dich acht zu geben, gütig, mit der Haltung „Du hast es halt nicht besser gewusst“, liebevoll haltend, wie man es mit einem Kind machen würde.

Aber auch das will erst mal gelernt sein. Wie hält man sich, wenn man selbst nicht gehalten wurde? Es ist ein Prozess, ein Bewusstsein, dass dafür geschaffen werden kann, wenn man anfängt, sich damit zu beschäftigen.

Sehr hilfreich ist hierbei zum Beispiel die Arbeit mit dem inneren Kind, bzw. mit inneren Anteilen (das können auch erwachsene Anteile sein)

Nimm Kontakt auf zu dem Anteil in Dir, der gerade lebendig geworden ist. Wende Dich ihm zu anstatt ihn loswerden zu wollen. Stelle Dir den Anteil oder Dein inneres Kind vor Deinem inneren Auge vor, lerne es kennen, frage nach dem Alter, schau, wo es sich befindet, wie es ihm geht. Frag nach, was es gerade braucht und dann gib ihm genau das mit Kraft Deiner Gedanken.

Erschaffe vor Deinem geistigen Auge das Bild so, wie dieser innere Anteil es gerade am meisten braucht.

Mit Hilfe dieser Technik habe ich gelernt, mein inneres Kind zu halten, was dazu geführt hat, dass ich auch in der Außenwelt gelernt habe, mich in emotional belastenden Situationen sicher und stabil zu fühlen.

Manchmal ist Hilfe nötig

Je nachdem, was Du in Deiner Vergangenheit erlebt hast, kann es richtig und wichtig sein, Dir Unterstützung zu holen. Man muss nicht unbedingt gleich eine 50-stündige Therapie machen, wenn man mit sich selbst an schwierige Punkte kommt, auch wenn es oft sehr hilfreich sein kann und manchmal unbedingt notwendig ist. Aber die Hürde scheint immer noch recht groß, das Thema Therapie ist nicht schick. Es schwingt mit, nicht ganz richtig zu sein oder nicht stark genug. Wenn man also an der Stelle mit sich hadert, dann kann man auch erst mal stundenweise zu einem psychologischen Berater oder einem Heilpraktiker für Psychotherapie gehen.

Scheu Dich jedenfalls nicht, Dir Unterstützung zu holen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, im Gegenteil. Für mich zeugt es von Stärke, wenn man den Mut hat, sich den Dingen zu stellen. Und da wir an kritischen Stellen zwangsläufig blinde Flecken haben, geht es oft nicht anders, als das uns diese jemand von Außen spiegelt. Wenn Du Zahnschmerzen hast, gehst Du sicherlich auch zum Zahnarzt und mit Gelenkschwierigkeiten zum Orthopäden. Warum also nicht zu einem Experten, wenn es um die seelischen Belange geht? Ich finde die Psyche/Seele weitaus komplexer, als den Körper. Es erscheint mir fast schon unlogisch, an dieser Stelle darauf zu verzichten.

Die 5. Dimension?

Jetzt aber zum eigentlichen Clou der ganzen Sache 🙂 Dass man vielleicht erst mal durch ein paar Schichten durch muss, die unter Umständen nicht ganz angenehm sind, ist ja nur ein Teil. Wobei es wirklich große Freude machen kann, wenn man für sich selbst merkt, wie man Stück für Stück leichter wird, immer mehr in der Lage ist, Gestalter des eigenen Lebens zu werden. Wenn man Ängste überwindet, sich selbst dabei zugucken kann, wie man wächst. Zu entdecken, was eigentlich alles in einem steckt, zu merken, dass das Leben dadurch immer intensiver und schöner wird, könnte ja schon Belohnung genug sein. Ist es aber nicht.

Ich habe meinen Keller mittlerweile brav aufgeräumt. Sicher kommen immer noch mal Dinge zum Vorschein, die ich beim letzten Aufräumen noch nicht sehen konnte. Aber im Großen und Ganzen sieht es doch recht ordentlich aus da unten. Wenn ich beim Bild mit den Schichten bleibe, dann würde ich sagen, dass ich die von außen aufgetragenen Schichten schon ziemlich gut entfernt habe und meinem Kern recht nahe gekommen bin. Und jetzt wird es erst richtig spannend.

Je weniger uns unser alter Ballast im Weg steht, umso mehr können wir von der Außenwelt wahrnehmen, indem wir uns unseren inneren Welten zuwenden.

Das klingt jetzt vielleicht erstmal unlogisch. Wie soll ich da drinnen etwas von draußen spüren? Meine Wahrheit ist, wir sind mit allem da draußen verbunden. Sind wir die ganze Zeit. Aber wir können das nicht spüren, weil wir die Fähigkeit verloren haben, es wahrzunehmen. Manche vollständig, andere nur ein wenig. Wir kennen es noch als Intuition, wissen manchmal instinktiv, was zu tun ist. Denken z. B. an jemanden, und bekommen kurz darauf einen Anruf. All dies sind keine Zufälle. Wir sind mit unserer Umwelt verbunden.

Nutze die Kraft Deiner Intuition

Das ist ziemlich hilfreich, wenn man es bewusst für sich einsetzt. Zum Beispiel, um Klarheit über eine Situation zu gewinnen oder Antworten zu finden. Wenn ich wissen möchte, warum etwas in meinem Leben nicht so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann kann ich in mich gehen, diese Frage nach innen stellen. Und ich bekomme dort eine Antwort. Nicht immer gleich und auch nicht unbedingt in Form von Sprache. Häufig sind Bilder die Sprache des Unbewussten. Aber ich kann dann wieder Fragen, was dieses Bild bedeuten soll und werde auch darauf eine Antwort bekommen.

Wenn ich regelmäßig in mich hineinspüre, meine Sinne bewusst nutze, dann wird dadurch diese Fähigkeit trainiert, die Welt zu spüren, die Energien wahrzunehmen. Ich habe zusätzlich zu meinem Verstand die Möglichkeit, zu fühlen, ob etwas für mich stimmig ist oder ob ich einem Menschen trauen kann.

Ich vermute, dass diese Ebene grenzenlos ist. Ich habe im Laufe der Jahre schon einige Erlebnisse gehabt, die aus heutiger Sicht wohl mit einem Zugriff auf das dort existierende Wissen zu tun haben. Aber so richtig bewusst erlebe ich das erst jetzt. Es hat eine neue Form für mich angenommen. Eine Form, die ich kaum in Worte fassen kann, weil jedes Wort schon eine Einengung bedeutet. Es ist, als würde sich da im Inneren eine unendliche Welt eröffnen. So wie sich auch nach außen alles immer weiter ausdehnt, scheint sich auch nach innen alles bis in die Unendlichkeit auszudehnen. Es fühlt sich friedlich an, groß, weit und stark.

Und was habe ich nun davon?

Nun, die Welt da draußen wird angenehm bedeutungslos, wenn ich das in mir spüre. Mir wird klar, dass das hier alles nur ein Spiel ist. Eine große Spielwiese, auf der wir uns ausprobieren und wachsen können. Auf der wir unsere Erfahrungen machen dürfen. Die großen Probleme von eben sind auf einmal nicht mehr so relevant. Gelassenheit tritt ein. Ich fühle mich vollkommen erfüllt. Es ist alles da. Das ist erholsam wie ein Urlaub, entspannend wie ein tiefer Schlaf und gleichzeitig unglaublich belebend.

Natürlich verfalle ich auch immer wieder in den alten Modus. Ich sitze ja nicht den ganzen Tag auf dem Sofa und erforsche meine Innenwelt. Ich lebe ein „normales“ Leben, mit Arbeit, Alltag usw. Dazu mitten in der Stadt. Ich bin also permanent mit dem Wahnsinn hier konfrontiert. Aber das regelmäßige in den Kontakt treten mit dem, was in mir existiert, hilft mir, dass ich mich bewusst ausklinken kann aus diesem System mit seinen Anforderungen. Mal geht das mehr, mal weniger schnell, aber ich weiß zumindest darum, dass es da noch etwas anderes, bedeutungsvolleres gibt. Und das ist eine große Erleichterung und vor allem auch Bereicherung für mein Leben!

Im Vergleich zu dem, wo wir herkommen und was wir eigentlich sind, ist unser physischer Körper ein Witz. Eigentlich viel zu klein. Wir haben uns eng gemacht, wurden eng gemacht. Wir reduzieren uns auf ein Minimum, wenn wir uns nur mit dem physischen Körper und unserem Verstand identifizieren.

Erlaube Dir, Deine eigene Größe wahrzunehmen. Wenn Du Dir nichts darunter vorstellen kannst, dann fang damit an, offen zu sein dafür, dass Du evtl. mehr bist als das, was Du bisher erlebt hast. Sobald wir offen sind für neue Erfahrungen, haben diese die Möglichkeit, sich auch in unserem Leben zu zeigen.

Es gibt ein wundervolles Mantra, das Moola Mantra, das Dich zurück bringt, zur Wurzel Deines Wesens um Deine wahre Natur zu entdecken. Auf der Yoga Vidya Seite habe ich folgend Übersetzung gefunden:

„Und so wird in diesem Kirtan, in dieser einen, einzigen Strophe gesagt, das Göttliche ist überall und das Göttliche ist die Tiefe meiner Seele. Das Göttliche manifestiert sich als Schöpferenergie, und zwar in seiner männlichen und in seiner weiblichen Form. Ich möchte diese höchste, göttliche Energie verehren wieder und wieder.“

Quelle: http://mein.yoga-vidya.de/profiles/blogs/om-sat-chit-ananda-om-sat-cit

Vielleicht habe ich Dich ja ein wenig dafür begeistern können, Dein eigenes Seelenwesen zu erforschen. Falls ja, dann wünsche ich Dir eine spannende Reise!

Alles Liebe
Deine Bela

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